Clean Beauty: Was dahinter steckt und worauf du achten solltest.

Was ist eigentlich Clean Beauty? Seit einigen Jahren taucht dieser Begriff immer öfter im Zusammenhang mit Kosmetik auf. Die Botschaft ist klar: das, was wir nach Clean Eating nicht in unserem Essen haben wollen, wollen wir natürlich auch nicht auf unserer Haut bzw. in unseren Beauty-Produkten haben. Sprich: Im besten Fall sind unsere Kosmetikprodukte so “clean” wie möglich und aus natürlichen, nachhaltigen und veganen Inhaltsstoffen zusammengesetzt. Aber ist dem auch so? Was steckt genau hinter der Begriffsbezeichnung und wie kann ich mich als bewusste Verbraucherin im Clean Beauty Dschungel zurechtfinden. Eine weitere Frage, die viele in Zusammenhang mit Clean Beauty umtreibt ist, ob diese auch mit Naturkosmetik gleichzusetzen ist? Diese Fragen lassen nicht so einfach in einem Satz beantworten. In diesem Artikel möchte ich deshalb aufklären und dir sagen, worauf beim nächsten Kauf am besten achten solltest.

Was heißt Clean Beauty? 

Genauso wie der Begriff Clean Eating ist auch Clean Beauty ein Begriff, der seinen Ursprung aus den USA hat. Wann genau, lässt sich nicht ganz sagen. Sicher ist jedoch, dass er an die Bedürfnisse der bewussten Beauty-Konsumenten geknüpft wurde, welche auf bedenkliche Inhaltsstoffe, bei denen die Auswirkungen auf den Körper und die Umwelt nicht zu 100% geklärt sind, verzichten möchten. So weit so gut. Aber was steckt nun genau hinter der Begriffsbezeichnung?

Die Nutzung des Begriffes auf Kosmetikprodukten, kann leider ziemlich schnell zu Verwirrung führen. Denn wer jetzt davon ausgeht, dass Clean Beauty Produkte grundsätzlich mit Bio- oder Naturkosmetik gleichzusetzen sind, der irrt. 

Der Begriff Clean Beauty ist nicht geschützt.

Das heißt, dass sich in der Theorie also grundsätzlich jedes Kosmetikprodukt “clean” nennen darf. Auch Bezeichnungen wie natürlich, sauber, grün usw., unterliegen keiner festgeschriebenen Definition laut Standard. Dazu kommt, dass der Trendbegriff aus den USA kommt, wo es weniger staatliche Vorgaben und Standards für Kosmetikhersteller gibt, als beispielsweise in der EU.

Woran kann ich mich orientieren? 

Auch wenn an die Begriffsverwendung bisher keine einheitlichen Standards geknüpft sind, so lässt sich dennoch Folgendes festhalten: Clean Beauty Kosmetik steht in der Regel für Produkte, die ohne kontrovers diskutierte Inhaltsstoffe – also für den menschlichen Körper unbedenkliche Rohstoffe – produziert werden.

Oftmals sind Clean Beauty Produkte auch gleichzeitig vegan und tierversuchsfrei. Aber Achtung! Auch hier gibt es Ausnahmen. Wenn du also ganz sichergehen möchtest, dann führt kein Weg daran vorbei nach bestimmten Labels und Zertifizierungen zu schauen. In diesem Blogbeitrag habe ich noch mal die wichtigsten Bio-Kosmetik-Siegel zusammengefasst und erklärt.

Diese Inhaltsstoffe gehören NICHT in deine Kosmetik

Genau so wie Lebensmittel, haben auch Kosmetik-Produkte immer eine Zutatenliste auf dem Etikett. Um diese zu verstehen, benötigt es jedoch einiges an Übung. Deswegen verrate ich dir hier, was die einzelnen Inhaltsstoffe bedeuten und warum du besser zu Produkten ohne diese greifst. 

Mikroplastik ist problematisch für Umwelt und Gesundheit. Denn es wird aus dem immer zur Neige gehenden Rohstoff Erdöl hergestellt und ist noch dazu von der Natur schwer abbaubar. Deshalb landen die Mikropartikel häufig in unseren Gewässern und schaden dort den Tieren, Pflanzen sowie dem kompletten Ökosystem. Achte deswegen bei deiner Kosmetik darauf, dass diese Begriffe NICHT in der Zutatenliste auftauchen: 

  • Acrylate Copolymer (AC)
    • Acrylate Crosspolymer (ACS)
    • Polyamide (PA, Nylon-6, Nylon-12)
    • Polyacrylate (PA)
    • Polymethylmethacrylate (PMMA)
    • Polyethylene (PE)
    • Polyethylenterephthalate (PET)
    • Polypropylene (PP)
    • Polystyrene (PS)
    • Polyurethane (PUR)

Emulgatoren wie Polyethylenglykole (kurz PEG) sind giftig und können zudem erbgutschädigend und krebserregend wirken. In Kosmetikprodukten dienen sie häufig als Hilfsstoffe, verschiedene Substanzen miteinander zu verbinden. Das betrifft Cremes, Zahnpasta aber auch Shampoos und Duschgels. Deswegen solltest du beim Lesen der Zutaten darauf achten, ob „PEG“ findest. Häufig ist es als Vorsilbe vor einer anderen Zutat. 

Silikone in Shampoo sollen unsere Haare weich und glänzend machen. Das tun sie auch – zumindest kurzfristig. Denn Silikone umhüllen das Haar. Dadurch ist die Oberfläche schön glatt und glänzend. Unterhalb der Silikonschicht kann das Haar aber nicht mehr von anderen Stoffen erreicht werden. Das heißt die Silikone versiegeln die Haare und helfen langfristig überhaupt nicht. Achte deswegen vor allem beim Shampoo-Kauf auf diese Wörter sowie Wortendungen: 

  • Dimethicon
    • Amodimethicon
    • Dimethiconol
    • – cone
    • – conol 
    • – glykol 
    • – oxane 

Außerdem wichtig zu wissen

Neben den Inhaltsstoffen kannst du zusätzlich darauf achten, dass die Produkte ohne Tierversuche hergestellt wurden (Naturkosmetik ist garantiert tierversuchsfrei) und auf Zutaten biologischen Ursprungs. Auch für diese beiden Kriterien gibt es jeweils passende Siegel, die Produkte schmücken können. Einen Überblick sowie kurze Erklärung, was sie bedeuten findest du hier.

Ist Clean Beauty mit Naturkosmetik gleichzusetzen?

Nein, denn “Cleane” Hersteller verzichten auf bedenkliche Inhaltsstoffe, schließen jedoch synthetische Bestandteile nicht immer aus. Der Unterschied zu Naturkosmetik besteht vor allem darin, dass diese ausschließlich aus natürlichen Rohstoffen hergestellt wird. Vor allem Naturkosmetik enthält wertvolle, natürliche Inhaltsstoffe, die Haut und co. schmeicheln, statt sie zu belasten. Aber Vorsicht! Der Begriff Naturkosmetik ist rechtlich nicht geschützt und es gibt viele Labels auf Kosmetik-Produkten, die Natürlichkeit versprechen. Allerdings unterliegt der Begriff leider keinen einheitlichen Standards: Nur weil ein Produkt einen natürlichen Ursprung hat, heißt das nicht sofort, dass alle Inhaltsstoffe unbedenklich sind. Vor allem ätherische Öle können häufig Irritationen und Allergien hervorrufen. Demnach sind sie weder clean, noch besonders empfehlenswert für empfindliche Hauttypen. Zertifizierte Naturkosmetik erfüllt in vielen Fällen jedoch auch die Clean-Beauty-Standards, weshalb es an dieser Stelle viele Überschneidungen gibt.

Wie du merkst, ist das Thema Clean Beauty und Naturkosmetik nicht in einem Satz zu beantworten, weshalb dir am Ende lediglich ein genauer Check auf die Inhaltsliste sowie die Orientierung nach bestimmten Zertifizierungen weiterhilft. 

Mein Fazit:

Augen auf beim Kosmetikprodukte Kauf! Mein persönliche Devise lautet nach wie vor “weniger ist mehr”. Das, was ich an Kosmetik benutze, sollte so rein und so natürlich wie möglich sein. Gerade kleinere Naturkosmetik-Unternehmen verzichten allerdings oft aus Kostengründen auf ein entsprechendes Label. Deswegen hilft es häufig, sich bei den Verkäufern oder Herstellern nach Inhaltsstoffen und Herstellung zu erkundigen. 

Bestimmt hast du schon mal gehört, dass man Kosmetik einfach selbst herstellen kann. So weißt du genau was drin steckt und kannst Creme und Peeling nach deinen persönlichen Bedürfnissen selbst zusammenstellen. Meine Lieblingsrezepte dafür verrate ich dir nächste Woche. 

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